Glättetester im Dauereinsatz
04.02.2010Winterdienst der Stadt beinahe rund um die Uhr im Dienst. 70 Kilometer Straßen müssen von Schnee und Eis frei gehalten werden.
28 Tonnen Salz-Sandgemisch werden hier gerade entladen© Stadt BuchholzBuchholz (hh). Winternächte sind kurze Nächte. Wenn die Prognosen für die Nacht Minusgrade oder Schneefall voraus sagen, heißt es für Doris Pauls früh aufstehen. Ab 2 Uhr in der Früh sitzt die Drestedterin hinterm Steuer ihres Toyota, macht die Probe aufs Exempel: Vollbremsungen auf Buchholzer Straßen. Wenn das ABS losrattert ist klar - die Straßen sind mal wieder eisglatt. Statt zurück nach Hause fährt die Baubetriebshof-Disponentin dann ins Büro am Heidekamp und trommelt die Winterdienst-Bereitschaft aus dem Bett. Seit am 18. Dezember der Winter übers Land gekommen ist, wechselt sich Pauls mit ihren Disponenten-Kollegen Frank Meyer und Michael Rieper im Wochenrhythmus ab. Jeweils sieben Nächte am Stück sind sie die Glättetester.
Wenn schon frischer Schnee gefallen ist, fällt die Bremsprobe aus „und wir fahren gleich ins Büro und alarmieren die Kollegen“, sagt Pauls. Oft genug war aber in diesem Winter schon am Abend klar: Ab 2.30 Uhr wird geräumt und gestreut. Bis 6.30 Uhr müssen die rund 70 Kilometer langen städtischen Hauptstraßen von Schnee und Eis befreit sein. Außnahme: die Kreisstraßen wie Soltauer- und Hamburger Straße oder Nordring und Bendestofer Straße. „Die sind in der Obhut des Winterdienstes des Landkreises“, sagt der Leiter des Baubetriebshofes, Harald Fröhling.
Disponentin Doris Pauls nimmt von einem Kollegen ein Einsatzprotokoll entgegen© Stadt BuchholzGestreut wird in Buchholz auf den Hauptverkehrswegen normalerweise mit einer Salzlauge. Aufgrund des Salzmangels werden jedoch diese Hauptverkehrsverbindungen zur Zeit mit einem Sand-Salz-Gemisch abgestreut. Auch dieses habe nicht nur eine gute Wirkung, sondern sei, ebenso wie die Salzlauge, umweltverträglicher. Aber nicht nur die wichtigsten Straßen werden damit sicher gemacht. Gehwege, Kreuzungen, Treppen und mehr als 100 Bushaltestellen müssen vom Schnee befreit und gestreut werden. „An Tagen wie dem 2. Februar, als es den ganzen Tag über geschneit hat, waren die Mitarbeiter von 2 bis 20 Uhr im Einsatz“, sagt Pauls. Kein Wunder, dass seit Weihnachten bereits um die 3000 (!) Überstunden angefallen sind. Trotz der erheblichen Arbeitsbelastung - „die Stimmung auf dem Hof ist gut“, sagt Fröhling.
Der tut auch die Kritik keinen Abbruch, die hin und wieder von Anliegern aus Nebenstraßen laut wird, die sich beschweren, dass ihre Wege nicht geräumt und gestreut seien. Fröhling verweist in diesen Fällen auf die Winterdienstsatzung der Stadt, quasi die Bibel des Winterdienstes. „Dort ist geregelt, wo wir zu streuen und zu räumen haben.“ In absoluten Ausnahmefällen kann es jedoch auch sein, so wie in diesem Winter schon geschehen, dass von dieser Regel abgewichen wird. „Dann entscheidet das Rathaus, ob darüber hinaus Räumdienste erfolgen. Wenn die Verwaltung uns den Auftrag gibt, fahren wir auch in Nebenstraßen.“ So denn Kapazitäten und Streugut ausreichend vorhanden sind.
Einen Salzmangel gibt es in Buchholz zwar auch, doch der Baubetriebshof hat sich sehr frühzeitig als Alternative für das streuen mit dem Sand-Salz-Gemisch entschieden. Insofern war der Baubetriebshof vom landauf, landab beklagten Mangel an Streumaterial nicht so stark betroffen. „Wir haben allein in der vergangenen Woche fast 400 Tonnen Mischung bekommen“, sagt Fröhling. Die nächsten Bestellungen sind gleichwohl längst raus. Die Wetterprognosen machen‘s nötig. Bis zu drei Grad Minus kann es nachts kalt werden, prophezeit www.wetter.com für die kommenden Tage. Für Pauls und ihre Kollegen reine Routine: „Winternächte sind kurze Nächte.“




