Stadt Buchholz in der Nordheide

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Vorlage - DS 01-06/0703

Betreff: Ausweitung Naturpark Lüneburger Heide
Status:öffentlich  
Beratungsfolge:
OR Sprötze Vorberatung
26.05.2004 
10. öffentliche Sitzung des Ortsrates Sprötze ungeändert beschlossen   
OR Holm-Seppensen Vorberatung
16.06.2004 
11. öffentlichen Sitzung des Ortsrates Holm-Seppensen ungeändert beschlossen   
OR Trelde Vorberatung
23.06.2004 
9. öffentliche Sitzung des Ortsrates Trelde ungeändert beschlossen   
Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Vorberatung
Ausschuss für Umwelt und Energie Vorberatung
28.06.2004 
9. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Energie (offen)   
Verwaltungsausschuss Entscheidung
01.07.2004    33. Sitzung des Verwaltungsausschusses ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Der VA möge beschließen:

1.      Der VA der Stadt Buchholz i.d.N. nimmt die Informationen zum Thema Naturparkausweitung Lüneburger Heide zustimmend zur Kenntnis.

2.      Die Stadt Buchholz i.d.N. beteiligt sich aktiv an der Naturparkausweitung und bringt Teile der Gemarkungen Trelde, Sprötze, Holm-Seppensen und Buchholz, gem. Lageplan in das Gebiet der Naturparkausweisung mit ein.

3.      Die Ortslage der Ortschaft Sprötze wird in das Gebiet des Naturparks mit einbezogen.

Begründung/Stellungnahme:

Begründung:

 

     LEADER+ Region Kulturlandschaft Zentrale Lüneburger Heide

 

 

LEADER+ ist eine europäische Gemeinschaftsinitiative zur Unterstützung der regionalen Entwicklung im ländlichen Raum

 

Die Region ”Kulturlandschaft Zentrale Lüneburger Heide” ist knapp 1000 qkm groß und ist “das Zuhause” von ca. 55.000 Menschen. Die Region beschreibt einen zusammenhängenden natur- und kulturräumlichen Raum – die Heide.

Das Projektgebiet ist nicht identisch mit dem Naturschutzgebiet “Lüneburger Heide”. Dieses ist andererseits zu 100 % im geplanten Naturpark enthalten. Es ist auch nicht gleichzusetzen mit dem “Naturschutzpark Lüneburger Heide”, der 1921 von Alfred Toepfer und Pastor Bode gegründet wurde.

 

Zwölf Gemeinden der drei Landkreise Soltau-Fallingbostel, Harburg und Lüneburg arbeiten seit dem Jahr 2000 in dem LEADER+ Prozess gebiets- und themenübergreifend erfolgreich zusammen.

Schwerpunktthemen der gemeinsamen Arbeit sind (ohne Gewichtung durch die Reihenfolge): Kulturlandschaftspflege, Land- und Forstwirtschaft, Tourismus.

Vereine, Verbände, BürgerInnen etc. sind dabei aktiv beteiligt.

Zur Zeit werden ca. 30 Projekte umgesetzt.

 

Für die Umsetzung von Projekten steht der LEADER+ Region 1,8 Mio. Euro EU Zuschuss bis einschl. 2006 zur Verfügung. Dieser Betrag wird mit 1,8 Mio. Euro aus nationalen Töpfen gegenfinanziert. Für die z.Zt. laufenden Projekte sind 1.5 Mio. Euro Zuschuss bereits verausgabt bzw. fest verplant.

 

 

LEADER+ bis einschl. 2006 – und dann?

 

Der “finanzierte” LEADER+ Prozess ist endlich und die EU Projekt-Zuschüsse sind es auch.

Die gebiets- und fachübergreifende Zusammenarbeit hat sich in vielen Punkten bewährt. Eine weitere – auch über 2006 hinausgehende – Zusammenarbeit in der Regionalentwicklung und insbesondere in touristischen Belangen ist angestrebt.

 

Naturparke sind besonders geeignet, eine Koordinierungsfunktion für die von Bund, Ländern und Europäischer Union angebotenen Förderprogramme für den ländlichen Raum zu übernehmen. Fördermittel aus diesen Programmen werden daher schwerpunktmäßig in die Naturparke gelenkt. Die Naturparke nehmen hierbei die Rolle von Moderatoren für die ländliche Regionalentwicklung wahr.

 

Ein Zusammengehen gewinnt insbesondere dann an Bedeutung, wenn die Entwicklung in den Großräumen Hamburg, Bremen, Hannover berücksichtigt wird. Hier entstehen unter dem Kürzel RITTS immer mehr Regionen und Projekte mit unterschiedlichen Zielsetzungen.

Unter der Bezeichnung RITTS (Regionale Innovations- und Technologie Transfer-Strategie) fördert die Europäische Union Regionen, die ihre Innovationskraft stärken und ihre Position im Wettbewerb der Regionen verbessern wollen, indem sie Innovations- und Technologietransfer-Strategien erarbeiten und umsetzen. Ziel ist die Erschließung neuer Märkte und die Schaffung bzw. Sicherung von Arbeitsplätzen. Akteure der Region sind Unternehmen, Kammern, Gemeinden, Landkreise, Hochschulen, Arbeitsverwaltungen, Gewerkschaften, Kreditinstitute und Technologietransfer-Einrichtungen. Folgende Projekte zwischen Hamburg, Bremen und Hannover wurden ins Leben gerufen:
– Region Süderelbe mit dem Projekt Wachstumsinitiative Süderelbe
– Radtourismus im Regierungsbezirk Lüneburg
– Regionale Arbeitsgemeinschaft Bremen-Niedersachsen (Handlungsfelder: Wirtschaft,
   Tourismus, Verkehr, Naturschutz, Landwirtschaft, Raumstruktur, Kultur)
– Region Hannover (Handlungsfelder: Wirtschaftswachstum, Tourismus, Verkehrsmana­
   gement, ÖPNV, Europa)
– Metropolregion Hamburg
– Mittelstandsinitiative Lüchow Dannenberg
– Tournetz – Kompetenznetzwerk Tourismus.

 

Diese Beispiele sollen darlegen, dass zukünftig mehr denn je ein Denken in Kompetenzen und das Nutzen von Synergieeffekten erforderlich sind, während das Verharren in Geographie- und Verwaltungsgrenzen zur Isolation und Stagnation führen wird. Nicht zuletzt im Zeichen der vergangenen Tage – EU-Osterweiterung und damit der (weitestgehende) Zusammenschluss des europäischen Kontinents – ist ein Zusammenrücken angezeigt, um zukünftig im steigenden – auch internationalen – Wettbewerb seine Position behaupten und seine (ureigenen regionalen) Qualitäten nachhaltig sichern zu können.

 

Die Region zwischen den Großstädten Bremen, Hamburg, Hannover darf nicht zur Flächenreserve der eben genannten Städte mutieren, sondern sollte sich aktiv als Region mit vielfältigen starken Potentialen und Chancen positionieren. Lebensqualität und Wirtschaftskompetenz sind Trümpfe, die Lüneburger Heide als eine der bekanntesten Urlaubsregionen Deutschlands ist das Kapital der Region.

 

 

Die Idee “Naturparkausweitung” Lüneburger Heide

 

In mehreren Treffen der LEADER+ Lokalen Aktionsgruppe (LAG), der Arbeitsgruppe Naturpark und in drei Treffen der gemeindlichen Hauptverwaltungsbeamten berichteten Experten und berieten die Beteiligten über die Chancen und Möglichkeiten von Naturparken.

Die rechtlichen und formalen Bedingungen eines Naturparks wurden erörtert.

Vor diesem Hintergrund wurde eine Liste der Chancen und Möglichkeiten für die regionale Entwicklung erstellt.

Basierend auf dem LEADER+ Netzwerk, den rechtlichen Rahmenbedingungen für Naturparke und der naturräumlichen Abgrenzung wurde eine mögliche Naturpark-Kulisse entworfen.

 

Diese Information und der Kulissenentwurf wurde am 22.3.04 den Bürgermeistern, den Fraktionsvorsitzenden der Gemeinden und Kreise und den zuständigen Verwaltungsmitarbeitern vorgestellt und diskutiert.

Dieser Gebietsvorschlag ist als Anlage 1 beigefügt.

 

 

Rechtliche Grundlage eines Naturparks:

 

Gesetzliche Grundlage für einen Naturpark sind § 27 in Verbindung mit § 1 des Bundesnaturschutzgesetzes sowie § 34 Niedersächsisches Naturschutzgesetz:

 

Ҥ 34 Naturparke

Großräumige Gebiete, die

1.         überwiegend aus Landschaftsschutzgebieten oder Naturschutzgebieten bestehen,

2.                  sich für die Erholung besonders eignen,

3.                  nach den Zielen der Raumordnung für die Erholung oder den Fremdenverkehr vorgesehen sind und

4.                  einen Träger haben, der sie zweckentsprechend entwickelt und pflegt,

kann die oberste Naturschutzbehörde zu Naturparken erklären.”

 

Das NNatG unterscheidet folgende Schutzkategorien bzw. Schutzarten: die gemäß §§ 28 a, 28 b (Grünlandbiotoptypen (d. Verf.)) und 33 (Wallhecken (d. Verf.)) unmittelbar durch Gesetz geschützten Biotoptypen, die Flächenschutztypen “Naturschutzgebiet” (§ 24), “Nationalpark (§ 25) und “Landschaftsschutzgebiet (§ 26) sowie die Objektschutztypen “Naturdenkmal” (§ 27) und geschützter Landschaftsbestandteil (§ 28).

Naturparke ( § 34) sind nicht als eigenständige Schutzkategorie anzusehen, weil mit ihrer Ausweisung keine speziellen Schutzwirkungen verbunden sind, sondern nur eine einheitliche Bezeichnung für ein “überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten bestehendes “großräumiges” Erholungsgebiet festgelegt wird.

Der Naturpark ist lediglich eine Planungskategorie. Im Niedersächsischen Naturschutzgesetz wurde gezielt darauf verzichtet, von der Möglichkeit des § 22 Bundesnaturschutzgesetz zum Erlass von Ge- oder Verboten Gebrauch zu machen. “Die Erklärung zum Naturpark hat deshalb keine speziellen Schutzwirkungen zur Folge, sondern legt lediglich eine einheitliche naturschutzrechtliche Gebietsbezeichnung fest”[1]. Ziel von Naturparken ist nicht der Schutz von Natur und Landschaft per se – wie z.B. in Naturschutzgebieten, sondern sie dienen in erster Linie einer anthropozentrischen[2] Nutzung – sie sollen Schönheit von Natur und Landschaft einer nachhaltigen umweltschonenden Erholung erschließen.

 

 

 

Leitbild der Naturparke

 

Naturparke sind geschaffen worden, um großräumige Kulturlandschaften, die aus Naturschutzgründen und wegen ihrer besonderen Eigenart und Schönheit von herausragender Bedeutung sind, zu erhalten, zu pflegen, zu entwickeln oder wiederherzustellen. Jeder Naturpark repräsentiert dabei eine einzigartige Landschaft mit ihrem besonderen Erscheinungsbild.

Naturparke sollen sich in konsequenter Weiterentwicklung dieses Leitgedankens – auch unter wissenschaftlicher Begleitung – zu "großräumigen Vorbildlandschaften" entwickeln und Regionen einer nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums werden. Dazu sollen in den Naturparken der Naturschutz und die Erholungsvorsorge mit einer umwelt- und naturverträglichen Landnutzung und Wirtschaftsentwicklung sowie einer schonenden und nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen verbunden werden.

Naturparke fördern landschaftsbezogene Erholung insbesondere für die Bevölkerung der Ballungsgebiete und besonders in strukturschwachen Regionen die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus.

Naturparke fördern eine nachhaltige Landnutzung in der Land- und Forstwirtschaft. Sie orientieren sich dabei vorrangig am Leitbild einer Kulturlandschaft ohne musealen Charakter, die nur mit den und für die im Gebiet lebenden Menschen erhalten und gestaltet werden kann. Diese Form der Landnutzung erhält und schafft die Voraussetzungen für die Erfüllung der Aufgaben im Bereich von Erholung und Tourismus sowie Naturschutz und Landschaftspflege.

Naturparke kooperieren mit den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und fördern einen Interessenausgleich zwischen ihnen. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind insofern Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit. So schaffen sie Verständnis und Akzeptanz für den Naturschutz, fördern die regionale Identität und das Verständnis für eine nachhaltige Gesamtentwicklung des ländlichen Raumes.

 

 

Ziele eines Naturparks:

 

Die Landschaft, die Naturpark werden soll, ist eine Kulturlandschaft, die durch jahrhundertelange menschliche Nutzung erst entstanden ist. Daher ist auch für den Fortbestand dieser Kulturlandschaft eine nachhaltige und umweltschonende Nutzung erforderlich.

 

Zentrales Anliegen der Naturparke ist es, den Schutz und die Nutzung der Kulturlandschaften und der durch hergebrachte vielfältige Nutzungen entstandenen Arten- und Biotopvielfalt unter Einbeziehung ihrer historischen Entwicklung zu verbinden.

Im Naturpark ist es das Ziel, menschliches Wirtschaften und Handeln im Einklang mit der Natur zu ermöglichen. Entscheidend ist dabei, dass der Naturpark von den dort lebenden Menschen anerkannt und mit getragen wird.

 

Ein weiteres Ziel der Naturparke ist es, die Interessen des Naturschutzes und der Landschaftspflege mit den Bedürfnissen der Erholungsuchenden (Wandern, Radfahren, Reiten, Besuch von Kulturdenkmälern ...) in Einklang zu bringen. Naturparke fördern so einen nachhaltigen Tourismus.

Schutz und Pflege von Natur und Landschaft gehören zu den unabdingbaren Voraussetzungen jeglicher Erholungsvorsorge, bei der das Erlebnis von Natur und Landschaft im Vordergrund steht. Aus diesem Grunde wurde aus dem Auftrag zur nachhaltigen und sozialorientierten Erholungsvorsorge zugleich auch der Auftrag zum Schutz und zur Pflege von Natur und Landschaft in den jeweiligen Naturparken abgeleitet.

Naturparke sind, da sie Verwaltungsgrenzen überschreiten, in hervorragender Weise geeignet, Maßnahmen des Arten- und Biotopschutzes in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden durchzuführen und ein auf den gesamten Naturraum bezogenes Biotopverbundsystem zu schaffen. Auch wenn Naturparke in erster Linie gewachsene Kulturlandschaften umfassen und daher das Ziel einer dauerhaft umweltgerechten Landnutzung im Vordergrund steht, gehören auch in Naturparken von Menschen wenig oder gar nicht beeinflußte Flächen zu einem solchem Biotopverbundsystem.

 

Die heute mehr als 90 Naturparke in Deutschland nehmen ca. 24% der Fläche der Bundesrepublik Deutschland ein. Sie besitzen eine zukunftsweisende Rolle für den Schutz der Natur, die landschaftsbezogene Erholung und die Bewahrung der deutschen Kulturlandschaften. Sie leisten damit einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt und zur Entwicklung der Regionen in ihrer spezifischen Identität. Und sie stellen für die Umsetzung der auf europäischer und nationaler Ebene geforderten integrierten nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums das ideale Instrument dar.

 

Abgesehen von den Rahmenbedingungen (vergl. Gesetze) sind die Aktivitäten und Inhalte eines Naturparks nur selbst-verpflichtend. Das heißt, was die Summe der Gemeinden oder die einzelne Gemeinde inhaltlich aus und mit einem Naturpark macht – obliegt der Gemeinschaft bzw. der einzelnen Gemeinde.

 

Der Naturpark kann vor dem Hintergrund der formalen und rechtlichen Rahmenbedingungen ein geeignetes Instrument für eine weitere gemeinsame gebiets- und fachübergreifende Zusammenarbeit für die Region “Zentrale Lüneburger Heide” sein.

 

Durch die Unterstützung umweltschonend wirtschaftender Betriebe bei der Vermarktung ihrer Produkte, unter anderem durch die Einführung eines regionalen Markenzeichens, können Naturparke einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt der charakteristischen Kulturlandschaft und gleichzeitig zur Stärkung der regionalen Identität leisten. So können sie auch Impulsgeber für die wirtschaftliche Entwicklung sein.

Regionale Identität findet sich dort, wo in Jahrhunderten entstandene Kulturlandschaften in ihrer Ursprünglichkeit bewahrt oder wiederhergestellt werden, wo traditionelles Handwerk erhalten sowie an traditionellen Bauweisen und regionalen Baustoffen festgehalten wird.

 

Ziel dieses Projektes ist die nachhaltige Stärkung und Entwicklung der Region mit ihren drei Säulen Land- und Forstwirtschaft, Kulturlandschaftspflege, Tourismus. Einzelprojekte können u.a. sein:

Land- und Forstwirtschaft:          Technologie- und Kompetenzzentrum Biogas;

                                                    Vermarktung regionaler Produkte;

Kulturlandschaftspflege:             Heidepflege und Management;

                                                    Strategie Wald und Offenland

                                                    Denkmalpanorama

Tourismus:                                  Reitwegenetze

                                                    Radwegevernetzung

                                                                     Busringlinie

 

 

Naturpark und Kommunale Eigenentwicklung

 

Der Freizeitwert ist neben den lokalen Bildungseinrichtungen einer der wesentlichen “Wanderungsmotive” einkommensstarker Bevölkerungsschichten aus dem Einzugsbereich der Metropolregion Hamburg bei der Wohnstandortsuche.

Attraktivitäts-/ Wohnwertsteigerung ist eine Chance, den Auswirkungen des demografischen Wandels und der anstehenden Schrumpfungstendenzen im ländlichen Raum entgegenzuwirken.

Dies setzt voraus, dass ein Naturpark einem qualitativen Wachstum in der Wohn- und Gewerbeansiedlung sowie einer Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur nicht entgegensteht.

 

Naturparke sind als ausgewiesene Schutzgebiete der nachhaltigen Sicherung der besonderen Eigenart von Natur und Landschaft (selbst-) verpflichtet. Sie stellen hierzu, unter Beachtung der Ziele von Raumordnung und Landesplanung (LROP), Pflege- und Entwicklungspläne auf, die als Fachplanungen mit den Regionalen Raumordnungsprogrammen (RROP) der Landkreise abzustimmen und bei deren Fortschreibung angemessen zu berücksichtigen sind.

 

Über die RROPs besteht ein mittelbarer Einfluss der Naturparkausweisung auf die kommunale Bauleitplanung (Flächennutzungspläne / Bebauungspläne).

In der Praxis sind bereits heute in den RROP der drei Landkreise alle inhaltlichen Aussagen zur gewünschten/angestrebten Entwicklung des betroffenen Bereiches enthalten, die auch bei einer Naturparkausweisung gelten würden. Diese Entwicklung wird über die Grenzen der Landkreise Lüneburg, Harburg und Soltau-Fallingbostel gemeinsam im Rahmen eine Naturparklösung verfolgt.

Das heißt:

Tatsächlich sind also keine neuen Einschränkungen/Schwierigkeiten für die kommunale Bauleitplanung zu erwarten.

Das gleiche gilt für Bauanträge einzelner Bürger.

Es können im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung in den nicht unter Natur- oder Landschaftsschutz stehenden Flächen auch zukünftig – ohne neue Einschränkungen – Gewerbe- und/oder Baugebiete ausgewiesen werden. Ein Naturpark ist ein Entwicklungsraum für Mensch und Natur.

 

Die großen zusammenhängenden Naturparkflächen – z.B. im Bayerischen Wald oder im Schwarzwald – zeigen deutlich, dass derartige Ängste unbegründet sind.

Naturpark ist als Motor zu verstehen – nicht als Bremse.

 

 

Buchholz im Naturpark

 

Aus Sicht der Verwaltung erscheint dieses Projekt auch für die Stadt Buchholz i.d.N. sehr interessant, da so auch diese von den positiven Effekten insbesondere in den Bereichen Tourismus und Kulturlandschaft langfristig profitieren kann. Zunächst besteht die Chance, dass unsere Hotels und Pensionen sowie Gastronomiebetriebe besser ausgelastet werden, in der Folge dann auch die Empore, der Schmetterlingspark, das Schwimmbad. Es können neue Impulse zur Belebung der Innenstadt ausgelöst werden. Die Erschließung der attraktiven Landschaftsräume könnte durch Einbindung in ein überregionales Netz möglicherweise besser geregelt werden (z.B. Reitwegenetz!). Auch die Landwirtschaft könnte bei der Vermarktung ihrer regionalen und vor allem regionaltypischen Produkte erheblich profitieren (Einkaufen auf dem Bauernhof).

Die Verwaltung schlägt vor, das Landschaftsschutzgebiet Lohbergen, Höllental und angrenzende Flächen mit dem darin liegenden Naturschutzgebiet Brunsberg, das LSG Seppenser Bach und angrenzende Flächen, sowie das diese verbindende Gebiet von Holm-Seppensen in den Naturpark mit aufzunehmen. Darüber hinaus soll die Ortslage der Ortschaft Sprötze mit integriert werden, um so die beabsichtigte Dorfentwicklungsplanung in diesen Kontext einzustellen und möglicherweise neue Chancen für deren Umsetzung zu erschließen.

Der vorhandene Bahnhaltepunkt Sprötze bedeutet dazu bereits eine wichtige Infrastruktur.

Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide ist bereits heute zugleich Naturpark.

 

Die Einschränkungen z.B. für die kommunale Eigenentwicklung dürften nach bisherigem Stand der Diskussion eher gering sein, da von Buchholz nur der Bereich südlich der Gemarkung Buchholz einbezogen ist. Auch wenn das LSG Lohbergen und der Brunsberg mit integriert werden, sind derzeit keine gravierenden Einschränkungen zu erkennen, da bereits heute die LSG-Verordnung sowie das Waldrecht genügend Restriktionen beinhalten, die durch den Naturpark gerade nicht noch überhöht werden sollen. Die Gebiete mit hohem Entwicklungspotential gem. F-Plan bleiben allein aufgrund der fehlenden naturräumlichen Zugehörigkeit außen vor.



[1] Blum-Agena-Franke: Niedersächsisches Naturschutzgesetz, Kommentar zu § 34

[2] Schutz von Natur und Landschaft als Lebensgrundlage des Menschen und als Voraussetzung für dessen Erholung in Natur und Landschaft, nicht um des Eigenwertes von Natur willen.

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

Anlagen:

Anlagen:

 

-           Lageplan Kulissenentwurf zur Naturparkausweitung

-           Ausschnitt Buchholzer Stadtgebiet mit Vorschlag Beitrag zum Naturpark

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen:

-           Blum-Agena-Franke: Niedersächsisches Naturschutzgesetz, Kommentar

-           Helmut Völker, Samtgemeindebürgermeister Amelinghausen, Gemeindedirektor Amelinghausen

-           www.naturparke.de

 

 

Stammbaum:
DS 01-06/0703   Ausweitung Naturpark Lüneburger Heide   FB 40 - Fachdienst Bauordnung   Entscheidung
DS 01-06/0703.001   Naturpark Lüneburger Heide e.V. Hier: Antrag der FDP-Fraktion vom 15.02.2006   FB 40 - Stadtentwicklung   Entscheidung
DS 01-06/0703.002   Naturpark Lüneburger Heide e.V. Hier: Stellungnahme der Verwaltung zum Antrag der FDP-Fraktion vom 15.02.2006   FB 40 - Stadtentwicklung   Information
DS 01-06/0703.003   Naturpark Lüneburger Heide e.V. Hier: Satzungsentwurf   FB 40 - Stadtentwicklung   Entscheidung


 

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