Stadt Buchholz in der Nordheide

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Ratsinformationssystem


Vorlage - DS 01-06/0059.002

Betreff: HVV-Ausweitung
Integration des Buchholz Bus in den Hamburger Verkehsverbund (HVV)
Status:öffentlich  
Beratungsfolge:
OR Dibbersen Vorberatung
OR Holm-Seppensen Vorberatung
OR Sprötze Vorberatung
OR Steinbeck Vorberatung
OR Trelde Vorberatung
Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Vorberatung
23.06.2004 
26. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (offen)   
Verwaltungsausschuss Vorberatung
01.07.2004    33. Sitzung des Verwaltungsausschusses ungeändert beschlossen   
Rat der Stadt Buchholz i.d.N. Entscheidung
06.07.2004 
24. öffentlichen Sitzung des Rates der Stadt Buchholz i.d.N.    

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Der Rat der Stadt Buchholz i.d.N. möge beschließen:

 

a)         Der Stadtverkehr Buchholz (Buchholz Bus) wird in den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) integriert. Die Verbundausweitung erfolgt zum selben Zeitpunkt wie im Landkreis Harburg.

 

b)            Voraussetzung für den Beitritt zum HVV ist eine vertraglichen Vereinbarung zwischen der Stadt Buchholz i.d.N. und dem LK Harburg, in der die Übernahme der verbundbedingt entstehenden Kosten durch den LK sichergestellt wird.

 

c)         Die Rechte der Stadt Buchholz i.d.N. als Aufgabenträger insbesondere bei der Linienführung und Fahrplangestaltung sollen nicht eingeschränkt werden.

 

d)         Der Bürgermeister wird ermächtigt, den in der Anlage 1 beigefügten Vertrag mit dem LK Harburg abzuschließen.

Begründung:

Begründung:

 

1.            Allgemeines

 

Mit der Ausweitung des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) in das südliche Hamburger Umland erfolgt ein wesentlicher Schritt zur Weiterentwicklung der gesamten Metropolregion. Ziel ist es, eine möglichst große Zahl von Pendlern zum Umsteigen auf den öffentlichen Personennahverkehr zu motivieren.

Die Stadt Buchholz in der Nordheide hat einen außerordentlich hohen Pendleranteil. Von den ca. 8000 Pendlern, die täglich nach Hamburg fahren, nutzen ca. 3000 die Bahnverbindung nach Hamburg. Insbesondere für diese Zielgruppe stellt die Integration der Stadt in den HVV eine positive Entwicklung dar.

 

Die Verkehrsbeziehungen in der Metropolregion Hamburg gehen heute weit über die im Jahre 1965 definierten Grenzen des HVV-Bedienungsgebietes hinaus. Seit vielen Jahren gibt es im Umland, so auch in der Stadt Buchholz i.d.N., die Forderung, den HVV auszuweiten. Für die niedersächsischen Landkreise Stade und Harburg konnten zwar in der Vergangenheit tarifliche Übergangsregelungen realisiert werden. Diese Angebote sind jedoch im Vergleich zu einer HVV-Vollintegration stark reduziert.

 

Die Ausweitung des HVV in die nördlichen Hamburg-Randkreise Schleswig-Holsteins wurde zum 15.12.2002 realisiert. Um den nach wie vor anwachsenden Verkehrsbeziehungen auch zwischen den südlich an das Verbundraumgebiet angrenzenden Landkreisen und der Hansestadt Hamburg - im Jahre 2000 immerhin 292.500 Fahrten/Tag, gerecht zu werden, haben seit dem Jahr 2000 Vorarbeiten mit dem Ziel stattgefunden, die Bedingungen für die Ausweitung des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) nach Niedersachsen festzulegen. Diese Bestrebungen entsprechen auch den Zielsetzungen des aktuellen Nahverkehrsplans des Landkreises Harburg.

Mit dem Kreistagsbeschluss des LK Harburg und dem Beschluss des Senates der FHH Hamburg zur Ausweitung des HVV in das südliche Hamburger Umland wird die Stadt Buchholz dem Verkehrsverbund angehören. Die Nutzung von Bahn und Regionalbussen erfolgt von diesem Zeitpunkt (voraussichtlicher Termin: 12.12.2004) an im Tarifsystem des HVV.

 

2.            Integration des Buchholz Bus in den HVV

 

Der o.g. Kreistagsbeschluss beinhaltet die HVV-Tarifbundausweitung auf den schienengebundenen ÖPNV und die Regionalbuslinien innerhalb des Landkreises Harburg, somit auch für die Stadt Buchholz.

Mit der Einführung des Buchholz Bus im Jahr 1996 hat die Stadt sich die Aufgabenträgerschaft für den Stadtbusverkehr vom Landkreis übertragen lassen. In seiner Eigenschaft als Aufgabenträger des Stadtbusverkehres hat der Rat der Stadt Buchholz i.d.N. über die Verbundraumausweitung zu entscheiden.

Mit dem Beitritt zum HVV übernimmt der Verkehrsverbund die Verantwortung für Tarif, Liniennetz- und Fahrplangestaltung. Als Aufgabenträger des Stadtverkehres wird die Stadt Buchholz - vertreten durch den Landkreis Harburg - in die diesbezüglichen Entscheidungsprozesse des Verkehrsverbundes einbezogen.

 

3.            Auswirkungen der HVV-Ausweitung

3.1            Angebotsverbesserung, -veränderung

Die Stadt Buchholz i.d.N. hält mit dem Buchholz Bus ein qualitativ hochwertiges Nahverkehrssystem vor. Eine Steigerung der Bedienungsqualität im Stadtbusverkehr ist – anders als in vielen anderen Gemeinden – mit der Integration in den HVV nicht zu erwarten. Die Angebotsverbesserung ergibt sich aus der Möglichkeit mit einer Fahrkarte den HVV-Gesamtbereich befahren zu können.

 

3.2       Preisveränderungen – Tarifsystem

Mit der Integration des Buchholz Bus in den HVV wird auch in Buchholz das Tarifsystem des Verkehrsverbundes zur Anwendung kommen. Sondertarife für die einzelnen Gemeinden würden dem Prinzip des HVV “ein Fahrschein für alle Wege und für alle öffentlichen Verkehrsmittel” entgegenstehen.

 

Das einfache Tarifsystem des Buchholz Bus mit seinen wenigen Preisstufen und dem entfernungsunabhängigen Einheitstarif wird nunmehr ersetzt durch das Tarifsystem des HVV, das – analog zur Größe des Verkehrsverbundes – auch ein entsprechend differenzierteres Angebot vorhält und die vielfältigen Bedürfnisse der KundInnen individueller berücksichtigen kann.

Es wird daher erforderlich sein, durch die Beratung über das Tarifsystem des HVV jedem Kunden in Buchholz das passende und günstigste Tarifsegment anbieten zu können. Dies gilt insbesondere für NutzerInnen, die bislang die durch die VeBu stark rabattierten Jahreskarten genutzt haben. Diesen Tarif gibt es im HVV nicht. Vergleichbare Abo-Monatskarten sind deutlich teurer. Hier wird es durch den Wegfall der Jahreskarten zu einer Verlagerung auf andere Tarifsegmente, wie z.B. die im HVV billigeren Einzelfahrscheine, kommen. Die Auswirkung der geänderten Tarife auf die Entwicklung der Fahrgastzahlen wird zu beobachten sein.

 

3.3            Fahrgastzahlenentwicklung

 

Die Integration in den HVV wird sich auf die Entwicklung der Fahrgastzahlen des Buchholz Bus auswirken. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass mit dem Beitritt zum HVV ein mittelfristiger Fahrgastanstieg von 5% zu realisieren ist. Verschiedene Aspekte werden in die Entwicklung der Fahrgastzahlen des Buchholz Bus einfließen. Letztendlich wird die im HVV permanent durchgeführte Zählung von Fahrgästen darüber Aufschluss geben.

 

·         Der Buchholz Bus wird deutlich attraktiver für Bahnpendler, die durch den HVV-Tarif ohne Aufpreis den Buchholz Bus mitbenutzen können. Die räumlich ungünstige Anbindung des Bahnhofes an das Liniennetz des Buchholz Bus und die Schwierigkeit der zeitlichen Abstimmung der Fahrpläne, die ohne Eingriffe in das System des Buchholz Bus nicht möglich wären, werden jedoch einen deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen zunächst erschweren.
Die zzt. geplanten Projekte zur verbesserten Anbindung des Bahnhofes könnten langfristig zu einem Fahrgastzuwachs führen.

 

·         Die Stadt Buchholz wird in einer Zone, der sogenannten Tarifzone 1, liegen. Diese Zone umfasst das gesamte Stadtgebiet und geht damit über das bisherige Bedienungsgebiet des Buchholz Bus hinaus. Bahn- und RegionalbusnutzerInnen können also mit dem Fahrausweis dieser Zone - z.B. von Dibbersen kommend - den Buchholz Bus nutzen, um weitere Ziele in Buchholz anzufahren.
Gleiches gilt für Bahn- und RegionalbusnutzerInnen, die aus anderen Tarifzonen wie z.B. Tostedt, Pinneberg, Winsen etc. nach Buchholz kommen.
Die Zahl der NutzerInnen des Stadtbusverkehres wird sich erhöhen.

·         Durch die erhebliche Preiserhöhung, die sich aus dem Wegfall der Jahreskarten ergeben wird, werden einige Nutzergruppen von der Dauerkarte auf Einzelfahrscheine ausweichen und ggf. den Buchholz Bus nur noch sporadisch nutzen. Vielfahrer werden auf die Abo-Monatskarten umsteigen.
Die Zahl der NutzerInnen wird sich möglicherweise reduzieren

Angesichts der beschriebenen unterschiedlich wirkenden Effekte, die sich z.T. gegenseitig aufheben, ist zunächst keine wesentliche Veränderung der Fahrgastzahlen des Buchholz Bus zu erwarten.

 

3.4            Corporate design des Buchholz Bus

Der Buchholz Bus wird auch nach der Integration in den HVV seine eigene, buchholzspezifische Identität bezüglich Gestaltung, Marketing etc. behalten. Die Zugehörigkeit zum HVV wird äußerlich lediglich über die Ergänzung der Beschilderung an Haltestellen und Bussen kenntlich gemacht.

 

 

3.5            Finanzielle Belastungen für die Stadt und die VeBu

Grundsätzlich ist die Übernahme der durch die HVV-Integration entstehenden Kosten so geregelt, dass die Aufgabenträger des ÖPNV diese übernehmen. Im Regelfall sind das die Landkreise. Aufgrund der Sondersituation in Buchholz – Aufgabenträgerschaft  bei der Stadt – hätte die HVV-Ausweitung für den städtischen Haushalt negative Auswirkungen mit sich gebracht. Um diese Kosten ausgleichen zu können, hat die Stadt Buchholz i.d.N. eine vertragliche Vereinbarung mit dem Landkreis Harburg vorbereitet, in der definiert ist, dass alle HVV-bedingten Kosten vom Landkreis übernommen werden (s. Anlage).

 

3.5.1            Durchtarifierungsverluste

Durchtarifierungsverluste entstehen, wenn im HVV für bestimmte Strecken anstatt mehrerer einzelner Fahrscheine unterschiedlicher Verkehrsunternehmen, zukünftig nur noch ein Fahrschein benötigt wird. Die Einnahmen dieses einen Fahrscheines werden dann unter den beteiligten Verkehrsunternehmen aufgeteilt. Die daraus entstehenden finanziellen Verluste nennt man “Durchtarifierungsverluste”.

Diese Durchtarifierungsverluste werden seitens eines Gutachters des HVV für den Buchholz Bus auf ca. 30.000 €/Jahr geschätzt.

 

3.5.2            Harmonisierungsgewinne/ -verluste

Harmonisierungsgewinne oder –Verluste entstehen aufgrund des unterschiedlichen Tarifniveaus des HVV gegenüber den einzelnen Verkehrsunternehmen und deren heutigen Tarifen. Für den Buchholz Bus werden die Preise für die Einzelfahrscheine leicht abgesenkt. Die Monats- und die Schülermonatskarten bleiben nahezu unverändert. Anstelle der Jahreskarten werden deutlich verteuerte Abo-Monatskarten eingeführt.

Der HVV erwartet einen Harmonisierungsgewinn für den Buchholz Bus von

15 bis 20.000 €/Jahr.

 

3.5.3.            weitere Kosten der HVV-Integration

 

3.5.3.1            investive Maßnahmen

Mit der Ausweitung des HVV werden einmalige Anpassungsinvestitionen erforderlich. Ein Großteil dieser Kosten werden seitens des Landes und des Landkreises übernommen.

·         Anschaffung neuer Fahrscheinautomaten (Stadtverkehr-Zone 1)

·         Haltestellenausstattung nach HVV-Standard

·         Anschaffung automatischer Zählgeräte

·         Fahrscheindrucker für die Busfahrer (HVV-Gesamtgebiet)

·         Schulungen

·         Anpassung ServiceCenter

 

3.5.3.2            laufende Kosten

Neben den einmaligen Investitionskosten fallen im HVV laufende Kosten an. An diesen Kosten beteiligen sich alle Mitglieder. Diese sichern die Qualität und die Organisation des Hamburger Verkehrsverbundes. Die Übernahme dieser Kosten ist Bestandteil des Vertrages mit dem Landkreis Harburg (s. Anlage 1).

·         verbundbedingten Aufgaben:

z.B. Verkehrserhebungen, Einnahmenaufteilung, Beschwerdemanagement, Werbung.

Gesamtvolumen beträgt ca. 2,7 Mio. €/Jahr. Diese Summe wird anteilig von allen HVV-Mitgliedern finanziert.

·         “ZVU-Aufgaben”

ZVU sind verschiedene zentrale Verkehrsunternehmen, die für alle anderen Verbundverkehrsunternehmen zentrale Aufgaben, wie z.B.

die Verwaltung der Abo-Karten, Kommunikation und Vertrieb, Drucksachenerstellung (Fahrpläne etc.), Organisation der gesetzlichen Ausgleichszahlungen, HVV-Auskunft, Jobtickets u.a. übernehmen.

Die Gesamtkosten der ZVU-Aufgaben betragen ca. 5,1 Mio. €/Jahr. Diese Summe wird anteilig von allen HVV-Mitgliedern finanziert.

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

 

S. 3.5 ff

Anlagen:

Anlagen:

 

1. Vertrag mit dem Landkreis Harburg

2. VNO – Papier zur HVV-Verbundraumausweitung in Niedersachsen

Stammbaum:
DS 01-06/0059.002   HVV-Ausweitung Integration des Buchholz Bus in den Hamburger Verkehsverbund (HVV)   FB 40 - Fachdienst Bauordnung   Entscheidung
DS 01-06/0059.003   HVV-Ausweitung Zusatzinformationen zu den Veränderungen im Tarifsystem durch die HVV-Verbundausweitung   FB 40 - Fachdienst Bauordnung   Information


 

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