Stadt Buchholz in der Nordheide

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Vorlage - DS 16-21/0811.001

Betreff: Buchholz für klimaneutrales und nachhaltiges Bauen
Stellungnahme zum Antrag des hinzugewählten Mitgliedes im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt, Herrn Herbert Maliers, vom 01.12.2020
Status:öffentlich  
Beratungsfolge:
Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt Vorberatung
17.02.2021 
25. Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt      
Verwaltungsausschuss Vorberatung
Rat der Stadt Buchholz i.d.N. Entscheidung

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Der nachfolgende Antrag wurde bereits als Entscheidungsdrucksache mit der DS 16-21/0811 umgedruckt und wird hier nur zur besseren Lesbarkeit wiedergegeben.

 

Beschlussvorschlag:

 

Der Rat der Stadt Buchholz i.d.N. möge beschließen:

 

Damit die Buchholzer Klimaziele erreicht werden und erreichbar bleiben,

 

1. erklärt der Rat für den Neubau von Gebäuden das klimaneutrale und nachhaltige Bauen zur Priorität und trägt dies in vielfältiger Weise öffentlichkeitswirksam in die Stadtgesellschaft.

 

2. werden stadteigene Bauvorhaben und B-Planungen einschließlich möglicher städtebau-licher Verträge ab sofort nur noch dann abschließend genehmigt bzw. festgestellt, wenn die Projekte über ihren gesamten Lebenszyklus (von der Einrichtung über die Nutzung bis zum Rückbau) in der Summe klimaneutral sind. Die Verwaltung macht einen Vorschlag, welche Definitionen von Klimaneutralität und Nachhaltigkeit zu Grunde gelegt werden.

 

3. appelliert die Stadt an Bauwillige, sich für klimaneutrales Bauen zu entscheiden und so-wohl Gebäude wie auch Außenbereich unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit zu gestalten.

 

4. setzen sich die Vertreter der Stadt auf allen Ebenen (z.B. Fachtagungen, Städtetag) dafür ein, dass die klimaneutrale Bauweise zum Mindeststandard wird.

 

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Stellungnahme:

 

Vorbemerkung zu Ziffer 1 – 3:

 

Die Anträge zu Ziffern 1 und 3 nehmen den Ansatz des Klimaforums auf. Danach sollen die Bürgerinnen und Bürger auf die Notwenigkeit klimaneutralen Verhaltens, hingewiesen werden. Darüber hinaus sollen den Bürger*innen konkrete Möglichkeiten zum klimaneutralen Verhalten aufgezeigt und sie somit animiert werden, Möglichkeiten klimaschonender Alternativen zu wählen.

Eine Befassung der jeweiligen Klimateams mit den antragsgegenständigen Anregungen würde sicherstellen, dass es nicht lediglich bei Apellen oder Anregungen bleibt, sondern diese positiv von den Bürger*innen, hier: die Bauherr*innen, aufgenommen werden.

 

Der Antrag zu Ziffer 2 befasst sich mit einem grundlegenden Aspekt, der eine neue Ausrichtung der Stadt beim Thema „Bauen“ beinhaltet. Diese Thematik ist höchst komplex. Dies beginnt bereits bei der Frage, wann ein Gebäude „klimaneutral“ ist. Auch die kostenmäßigen Auswirkungen sind ebenso wie die rein tatsächlichen Möglichkeiten der Umsetzung derartiger Anforderungen zu untersuchen. Die Verwaltung kann derartige Antworten lediglich unter Zuhilfenahme externer Beratung geben.

 

Wegen der grundlegenden Bedeutung des Themas „klimaneutrales Bauen“ wird der Antragsteller gebeten, den Antrag zurückzustellen, damit dieser im Klimabeirat unter Hinzuziehung fachlicher Expertise behandelt und mit einer entsprechenden Empfehlung zurück an den Ausschuss gegeben werden kann. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass aktuell keine stadteigenen Bauvorhaben sowie keine Pläne für Neubaugebiete (Bebauungsplanverfahren) im Rat zur Beratung anstehen.

 

 

Zu 1)

Aus Sicht der Verwaltung kann ein solcher Appell zur Zielerreichung „Klimaneutralität“ bei-tragen. Jedoch entfaltet ein solcher nur dann seine Wirkung, wenn konkrete und messbare Schritte folgen, wie sie im Rahmen des Klimaschutzprozesses Klimaschutz.Gemeinsam.

Gestalten. entwickelt werden sollen. Erst dadurch wird die Stadtgesellschaft anhand nachvollziehbarer Erfolge zum Mitmachen motiviert. Dies kann zum Beispiel im Rahmen des Klimaforums durch entsprechende Aktionen erfolgen. Wichtig ist, dass diese Thematik in der Stadtgesellschaft zielführend diskutiert wird, um eine möglichst hohe Akzeptanz bei der Zielgruppe zu erreichen.

 

Unter dieser Prämisse empfiehlt die Verwaltung, dem Antrag zu folgen.

 

 

Zu 2)

Bei der Neuplanung eigener Gebäude werden im Zuge der Planung die Kosten für eine klimaneutrale Ausführung für den Betrieb abgeschätzt und – soweit mit dem Budget vereinbar – umgesetzt. Für eine vollständige Bewertung der Erstellungsenergie fehlt es nach ersten Erkundigungen der Verwaltung bisher an Kenntnis zu konkreten Fachleuten, die eine solche Bewertung fundiert vornehmen können. Aus heutiger Sicht ist eine klimaneutrale Ausführung  mit den verfügbaren Mitteln noch nicht in allen Fällen erreichbar.

 

Gleiches gilt für die Planung und Erstellung von Quartieren. Das Ziel der vollständigen Klimaneutralität für den Betrieb und für die Erstellung ist aktuell noch nicht erreichbar.

Den Anspruch zur Entwicklung von möglichst klimaneutralen Neubaugebieten wird die Verwaltung in die Abstimmungsgespräche mit den Projektentwicklern einfließen lassen. Im Rahmen des obligatorischen Energiekonzeptes bei Bebauungsplanverfahren könnte eine

Bilanzierung eingefordert werden, die Aussagen über den CO2-Verbrauch für Bau und Betrieb trifft.

 

Die Verwaltung wurde um einen Vorschlag zur Definition von Klimneutralität gebeten. Ihr fehlt dafür die eigene Expertise. Sie stellt daher eine gängige Definition der „Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen“ (DGNB) vor und kommentiert diese im Anschluss:

 

Die DGNB definiert Klimaneutralität wie folgt:

„Klimaneutral ist ein Gebäude […] dann, wenn die Differenz der ausgestoßenen Emissionen und der Emissionen, die durch Produktion und Bereitstellung nach extern von CO2-freier Energie eingespart werden, auf ein Jahr hin betrachtet Null oder kleiner als Null ist.“
 


 

Diese Definition stellt darauf ab, dass ein Gebäude nur rein rechnerisch und über eine bestimmte Zeit hin klimaneutral sein kann. Damit ist kein Gebäude per se klimaneutral. Dessen gesamter Lebenszyklus ist immer mit einem Energieaufwand verbunden, der in unterschiedlichem Maße CO2-Emissionen erzeugt. Jedoch kann ein Gebäude durch den Einsatz klimafreundlicher Baumaterialien und einer regenerativen Energieversorgung im Betrieb im Laufe seines „Lebens“ zur Einsparung von CO2-Emissionen beitragen. Neben der rein baulichen und technischen Ausgestaltung eines Gebäudes spielt somit immer der Zeithorizont eine Rolle, innerhalb dessen emittiertes CO2 mithilfe eines energiereduzierten Gebäudebetriebs sowie dessen Mehrwert für sein Umfeld (z.B. Bereitstellung von überproduzierter Solarenergie für andere Gebäude) ausgeglichen werden kann. Dieser Zeithorizont ist aber bei der Erstellung nicht bekannt und die Annahme einer Klimaneutralität damit lediglich abstrakt.

 

Grundsätzlich schließt sich die Verwaltung dieser Definition des Begriffs „Klimaneutralität von Gebäuden“ an.

 

Ein derartig grundlegender Beschluss sollte nach Ansicht der Verwaltung aufgrund einer Empfehlung des Klimabeirates gefasst werden. Ohne eine fachliche Einschätzung von Experten unterschiedlicher Fachrichtungen (Umweltschutz, Bauen etc.) kann die Verwaltung keine Empfehlung zur Annahme des Beschlussvorschlages geben.

 

 

Zu 3)

Die Verwaltung übernimmt im Rahmen der Bauherrenberatung sowie gegenüber externen Projektentwicklungsbüros die Aufgabe, auf die Anforderungen und Möglichkeiten einer klimaneutralen Bauweise hinzuweisen. Im Hinblick auf die – sehr individuelle – Gestaltung von Außenanlagen gibt es bereits heute eine Vielzahl von Hinweisen und Broschüren, die den Bauherr*innen zur Verfügung gestellt werden können. Auch könnten im Rahmen des Klimaforums diverse Anreize in Richtung klimaneutrales Bauen (s. auch Antwort 1) oder nachhaltige Gartengestaltung gegeben werden.

 

Die Verwaltung empfiehlt, diesem Antrag zuzustimmen.

 

 

Zu 4)

Die Verwaltung kann diese Aufgabe nicht erfüllen. Sie verfügt weder über die ausgewiesene Expertise noch über ausreichende Personalressourcen. Im Vordergrund steht daher, dass das bestehende Team kontinuierlich fortgebildet wird und Teilnehmer an überörtlichen Veranstaltungen im Hause Informationen teilen, die auf Landes- und Kreisgremien übergreifend vorgedacht werden. Es wird daher empfohlen, diesem Punkt des Antrags nicht zu folgen.

 

 

Klimatische Auswirkungen:

 

Die Auswirkungen auf das Klima sind bei den Appellen als gering einzustufen. Erst die Festlegung von Maßnahmen unter Einbindung des Klimabeirates und seiner Experten erlauben konkrete und messbare Auswirkungen.

 

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Finanzielle Auswirkungen:

 

Zu den Antragspunkten kann aufgrund der unterschiedlichen Möglichkeiten und Vorgehensweisen derzeit keine Kosteneinschätzung abgegeben werden. Diese ist im Zusammenhang mit konkreten Vorhaben zu ermitteln.

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Stammbaum:
DS 16-21/0811.001   Buchholz für klimaneutrales und nachhaltiges Bauen Stellungnahme zum Antrag des hinzugewählten Mitgliedes im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt, Herrn Herbert Maliers, vom 01.12.2020   FB 40 - Fachdienst Stadtplanung   Informationsdrucksache m. BF
DS 16-21/0811.002   Buchholz für klimaneutrales und nachhaltiges Bauen Antrag des hinzugewählten Mitgliedes im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt, Herrn Herbert Maliers, vom 01.12.2020 (DS 16-21/0811.001 vom 04.02.2021) Geänderte Beschlussempfehlung aus der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt am 17.02.2021   FB 4 Abt. Stadt- u. Grünplanung, Umwelt, Klima   Entscheidung


 

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